02:25
Der Finzer Gartenamt betreut ca. 350 Hektar öffentliche Grünflächen, die seit 35 Jahren biologisch bewirtschaftet werden.
02:34
Das heißt, es werden keine wasserlöslichen, synthetischen Düngesalze und keine Pestizide verwendet.
02:40
Wir sammeln alles verrotbare Kompostmaterial von unseren Andagen auf einem 1 Hektar großen Kompostplatz in 150 Mieten, 20 Meter Länge.
02:53
Wir sammeln im Jahr etwa 4.000 bis 5.000 Kubikmeter Rohmaterial
02:58
und gewinnen da 1.000 bis 1.300 Kubikmeter Erde,
03:03
Komposterde, Lauberde mit eingeschlossen.
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Wir ersparen durch diese Maßnahmen im Jahr circa eine Million Schilling,
03:14
die sich aufgliedert in den Ankauf der Kunstdüngermittel und der Spritzmittel
03:21
und sich weiter aufgliedert in die Kippgebühren und in die zusätzlichen Fahrtkosten, die alle entstehen würden,
03:30
wenn wir auf die städtische Müllkippe mit den Sochen fahren müssten.
03:35
Durch diese Kompostwirtschaft haben wir eine äußerstige Gesundheit in unseren Pflanzen,
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in den Gehölzen und in den Stauden, eine ungeheure Frohwüchsigkeit
03:49
und es braucht daher irgendeine gezielte Schädlingsbekämpfung nicht durchgeführt werden.
03:56
Wir sind hier in Linz, in der Landeshauptstadt von Oberösterreich,
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und zwar auf dem Kompostplatz des Gartenamtes der Stadt.
06:22
Dieser Kompostplatz ist ein Hektar groß
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und beinhaltet ca. 150 Mieten auf 20 Meter Länge, was Sie hier sehen.
06:35
Und hier wird Kompost gemacht.
06:38
Das heißt, es wird alles Lebendige, was wir in unseren 350 Hektar öffentlichen Grünflächen
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der Stadt zusammensammeln, an sogenannten Abfall, hergebracht.
06:56
Das geht auf keine Kippe und das wird nicht weggeworfen, sondern das wird hierhergebracht
07:01
auf diesen Platz und wird hier aufgesetzt zu Kompostmieten und es wird aus diesen
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Produkten vom Gras-Schnitt bis zum Holz wieder Erde gemacht.
07:16
Und diese Erde, eine wunderbare Komposterde, eine Heilerde, ein Produkt der höchsten
07:26
Lebendigkeit, wird dann wieder zurückgebracht in unsere Grünflächen und dient dort als
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für Gehölzpflanzungen, für Staudenbete und auch für die Neuanlage von Rasenschlitten.
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Sie sehen hier einige Reihen untereinander.
07:52
Wir haben hier es mit zwei Reihen reinen Pflanzenkompostes zu tun.
07:57
In der unteren nicht so gut sichtbaren dritten Reihe liegt Laubkompost, Holzhexenkompost
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und drüben in der letzten Abteilung des Platzes haben wir Stahlmist verkompostiert.
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Wir kaufen im Jahr ca. 300.000 Kilo Stahlmist zu und dieser wird ebenfalls zu
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Mistkompost hier umgewandelt. Die ganze Arbeit auf diesem Platz hier wird
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maschinell durchgeführt, weil es natürlich bei einer solchen Größenordnung
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händisch nicht mehr geht. Wäre ja auch gar nicht zweckmäßig. Es wird hier
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aufgesetzt mit Greifern. Es wird zuerst zutransportiert mit Lkw, dann
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aufgesetzt mit Greifern. Es wird umgesetzt mit Greifern und es wird
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abtransportiert, das heißt verlagen, wieder mit dem Greifern. Es wird höchster
08:57
Wert gelegt, dass die Aufsetz-Orbit gründlich passiert, denn mit der
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Technik des Aufsetzen steht und fällt der gute rote Prozess. Dieses gute Aufsetzen beinhaltet,
09:12
dass das Material, das hereinkommt, gemischt wird. Also dass wir Gras schnitten mit Jädgut und
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ähnlichen Dingen, Teichräumgut und wo es bei uns anfällt, gemischt wird. Es macht auch
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nichts, wenn mal ein kleiner Ester dazwischen sind, da kommt noch gut Luft herein, dass es
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locker aufgesetzt wird, denn der rote Prozess ist ein Umsetzungsprozess von
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Grünmasse in Erde unter dem Zutritt von Luft. Wenn wir zu wenig oder gar keine
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Luft in den Haufen haben, was passiert, wenn das Zeug zu nass herkommt oder zu
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festgesetzt wird, dann bekommen wir Fäulnis hinein und alle Fäulnis
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erzeugt Gift. Und diesen Prozess wollen wir nicht haben. Wir wollen das locker und luftig
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aufsetzen, damit die Rote gut vor sich gehen kann. Und dann bekommen wir auch in einer
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angemessenen Zeit Erde. Sie sehen hier, dass die Haufen verhältnismäßig groß sind.
10:27
Das ist die Folge vom Platzmangel. Aber nachdem die Technik des Aufsetzens von den Greiferfahrern
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so ausgezeichnet beherrscht wird, haben wir trotzdem nie unverrotete Kerne und sind mit
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den Haufen in einem Jahr fertig. Das heißt, vom Zeitpunkt des Aufsetzens brauchen wir
10:47
ein Jahr, bis wir die Erde dann verwenden können. Beim Aufsetzen werden zweierlei
10:54
Dinge den Haufen zugesetzt. Erstens Steinmüll, man sieht das da am hinteren Haufen, dieser
11:01
Das ist gemahlener Basalt. Das Steinmel, das in Kitzpül gewonnen wird, ist gemahlener Basalt.
11:12
Das ist ein gemahlenes, vulkanisches Gestein, das Kalk enthält und eine Reihe von Spurenelementen.
11:19
Dieses Steinmel bewirkt erstens einmal die Abbindung der Säuren der Grünmasse durch den Kalkgehalt
11:27
und reitet den Kompost durch die Spurenelemente an.
11:32
an. Es bewirkt aber auch erfahrungsgemäß eine bessere Rote, besonders dann, wenn es sich
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notgedrungen um einseitige Materialien handelt, wie das natürlich auch zu großen Plätzen
11:48
und bei diesem Anfall von Masse manchmal sich ergibt. Also das heißt, es gibt Zeiten im
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Jahr, wo wir sehr viel Grassschnitt hereinbekommen und wenig Zusatzmaterial haben oder wir
12:01
verkompostieren, den reinen Stahlmist. Da hat sich eine erhöhte Zugabe des Steinmelds sehr
12:08
bewährt, dass die Rote beschleunigt. Bei uns wird auch das Reisig nicht weggeführt oder verbrannt,
12:19
sondern es wird hier am Platz verhäckselt. Das heißt, es wird in Späne zerrissen. Wir
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haben dazu einen sehr großen Holzhäcksel, Marke Dreckmann, der mit einem Greifer beschickt
12:33
wird. Wir haben im Jahr ungefähr 600 bis 700 Fuhrenhäckseln zu bewältigen. Und diese
12:41
große Maschine wird im Tag mit circa 15 Fuhren fertig. Bei diesen Holzhäckseln ist
12:47
es sehr wichtig, dass diese Apparate das Holz zerreißen, dass es faserig wird und
12:55
nicht glatt gehackt wird. Sonst geht nämlich der Rote-Prozess kaum voran. Das muss
13:00
faserig sein, damit die Rote angreifen kann. Das Holzhexler wird bei uns auch mit Impfmaterial,
13:08
also mit halberrottetem Zeug, ein paar Greiferschaufeln in die Haufen hinein aufgesetzt und zu
13:15
Holzerde sozusagen gemacht, die wir dann für spezielle Zwecke verwenden, besonders in den
13:23
extensiven Grünflächen, um die Verbesserung von Waldböden und Ähnliches zu erzeugen,
13:29
wo wir dann Efei pflanzen oder andere immer grüne Boden decken, damit aus Luftreinigungsgründen
13:36
auch der Boden arbeitet und nicht nur Baumkronen. Der Holzhäcksel wird auch verwendet zur
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Abdeckung von Baumscheiben, also sozusagen als Mulch. Es ist sehr, sehr wichtig,
13:50
dass man das weiß, denn sonst ist meistens so, dass das Reisig irgendwo verschwendet
13:59
oder vernichtet wird, anstatt dass es auch wieder zurückgeführt wird in den
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erdigen Lebensprozess. Wir beginnen jetzt mit der Präparierung eines
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vorbereiteten und fertig aufgesetzten Komposthoffens und wir haben hier die
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biologisch-dynamischen Düngepräparate. Das sind fünf Kräuter, die auf eine
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bestimmte Weise vorbereitet wurden. Es handelt sich da um Schafgabe,
14:28
Brennnessel, Löwenzahn, Kamille und Eichirinde. Diese fünf Kräuter, die festen Kräuter, werden
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in Abständen, hier bei den großen Haufen von eineinhalb Metern, im Hausgarten geht man da
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enger zusammen, in etwa 30 Zentimeter Tiefe schräg eingebohrte Löcher gebracht und zwar
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immer in ein Loch, ein Teelöffel eines Präparates. Also das ist praktisch eine homöopathische Dosis
15:01
für diese großen Haufen. Es werden diese Löcher dann fest zugestopft und die Wirkung dieser
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Kräuterpräparate ist eine Strahlungswirkung, die sich dem Inneren des Haufen mitteilt,
15:17
wodurch a. die Rote etwas beschleunigt wird und b. das Endprodukt, also der Dauerhumus,
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der hier entsteht, auf eine besondere Weise verlebendigt, verebert und heilwirksam wird.
15:34
Wir haben nichts an Zusatzmitteln, dass den biologisch dynamischen Präparaten in der
15:40
Originalfassung sozusagen gleichkäme. Wir haben hier am Platz verschiedenste Zusätze schon ausprobiert
15:50
und verwendet, bei Kterienpräparate und auch anderes. Es ist in England ein Präparat einmal
15:57
entwickelt worden, aus diesen fünf Kräutern gemischt und pulverisiert, aber alles das,
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was wir da geprüft haben, hat die Wirksamkeit dieser Originalpräparate nicht erreicht.
16:12
Wird dann auch noch Balderian verwendet als Blütensaft, der wird drüber gesprüht.
18:07
Auf diese Weise, Balderian ist licht- und wärmewirksam, wird die Erhitzung des Haufens
18:16
Rauscher in die Wege geleitet.
18:19
Es soll noch ganz kurz darauf hingewiesen werden, was in den Haufen während des
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rote Prozesses überhaupt vor sich geht.
19:11
Da liegt eine hochinteressante Forschungsarbeit von Dr. Jochen Bockemühl vor.
19:16
der in mehrjährigen Versuchen in verschiedensten Haufen verschiedenster Zusammensetzung
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immer noch jeweils verschiedenen Zeitabständen nachgesehen hat, wie es da drinnen aussieht.
19:33
Und da ergibt sich nun folgendes Bild.
19:35
Gleich nach dem Zusammensetzen der Haufen mit frischer Grünmasse
19:41
erwärmen sich die Haufen verhältnismäßig rasch und hoch.
19:45
hoch. Wir erreichen Temperaturen bis zu 70 und 80 Grad. Es ist daher angebrocht,
19:52
wenn wir samentrogendes Unkraut verkompostieren, dass wir das möglichst
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in die Zentren der Haufen bringen, denn da gehen dann die Unkrautsamen in
20:00
diesen Hitzegraden zugrunde. Diese Hitzeperiode dauert etwa eine Woche.
20:08
Man sieht die Haufen rauchen, besonders dann, wenn wir schon kühle Nächte
20:13
haben. Und nach dieser Zeit fallen die Haufen etwas zusammen. Die Erwärmung geht zurück. Zuerst
20:22
bis 35 Grad und dann auf 25. Bei dieser Temperatur bleibt der Haufen dann sozusagen stehen. Wenn
20:32
diese Hitzeperiode zu Ende ist, dann setzt sofort eine Pilzperiode ein. Und zwar beginnen
20:40
in den Haufen Pilze aller Alt, Foggenpilze, Schimmelpilze usw. zu buchen, die Masse wird
20:48
ganz grau und diese Pilzperiode dauert etwa vier, fünf Wochen, je nach Witterung und
20:58
Jahreszeit. Wenn diese Pilzperiode ihr Optimum erreicht hat, praktisch das Haufen Innere
21:07
sozusagen verpilzt ist, setzt die Bakterienperiode ein. Und zwar zuerst
21:15
treten einfache Bakterien auf, wenige Alten, aber die Alten in großer Anzahl,
21:23
in großer Menge. Und diese Bakterien fressen nun die Pilze auf, bis nichts
21:30
mehr davon über ist. Wenn diese einfachen Bakterien ihr Werk
21:34
getan haben, kommen kompliziertere Bakterien in den Haufen, mehrere Arten von weniger einzelnen
21:44
Individuen. Und diese komplizierten Bakterien fressen dann die Einfachen auf. Also es ist in
21:51
diesen Haufen ein Fressen und gefressen werden sozusagen ohne Ende. Diese Bakterienperiode
21:57
dauert etwa analog der Pilzperiode vier, fünf, sechs Wochen. Und wenn die Bakterien ihre
22:05
Schuldigkeit getan haben, dann kommt die tierische Periode. Beginnend mit dem
22:11
Auftreten von Aseln, Milben, Springschwänzen und als letztes Tier, das
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im Haufen arbeitet, tritt der kleine hellrote Mistwurm auf. Das ist der
22:24
kleine Bruder sozusagen des Regenwurms. Das ist nicht der Regenwurm,
22:28
sondern der Mistwurm. Das ist eine andere Art. Und dieser kleine Mistwurm, der sehr
22:35
sehr lebendig ist, vollführt in seinem Leib das selbe, was der Regenwurm im Boden macht.
22:42
Er frisst jetzt diese ganze innere Haufen Substanz, die Bakterien durchverdaut haben
22:47
und die anderen Tiere schon durch ihren Leib geschleust haben, auf und produziert
22:53
dann die Humus-Erde, also diesen Dauer-Humus, der beim Haufen Kompost gewonnen wird
23:01
und der sich in Jahrzehnten nicht verändert und der dieses kostbare Endprodukt ist,
23:05
was wir so dringend und notwendig dann brauchen können.
23:09
Wenn die gute Jahreszeit ist, dann müsste im Hausgarten bzw. bei einer Haufengröße
23:20
von 1,20 m Breite und 1,20 m Höhe ca. in vier Monaten, vielleicht fünf Monaten
23:27
bei schlechteren Klimaten fertige Erde vorhanden sein.
23:31
Wenn es sehr gute Jahre sind, wird man sogar früher die Erde haben.
23:35
Bei unseren großen Haufen hier dauern die Prozesse länger, aber in einem Jahr sind wir auch hier fertig und haben Erde.
23:44
Wie schon erwähnt wurde, ist es nicht sehr zweckmäßig, durch künstliche Belüftungen und andere Maßnahmen,
23:52
die heute versucht werden, diese rote Prozesse sonderlich zu beschleunigen.
23:57
Die Beschleunigung der rote Prozesse geht immer auf Kosten der Lebenskräfte des Endprodukts.
24:04
Und das ist ja eigentlich das Wichtigste, was wir haben wollen, ein Endprodukt von höchster Lebenskraft.
24:11
Hier sehen Sie das Umsetzen von halberroten Haufen.
24:20
Diese Haufen sind im vorigen Frühherbst aufgesetzt worden und werden nun umgesetzt.
24:28
Und da kann man natürlich dann unter Umständen auch zwei Haufen zusammensetzen.
24:34
Das geschieht hier.
24:35
Und Sie sehen an der Konsistenz der Masse, wie gut die bereits verrotet sind.
24:44
Im Herbst ist das dann fertige Erde.
24:47
Wir kommen hier bei dem großen Platz und bei dem Arbeitsanfall, den wir in der Stadt haben, zum Umsetzen nicht immer.
24:58
Es wird geachtet, dass man möglichst jeden Haufen einmal umsetzt.
25:07
Aber es passiert auch, dass unter Umständen etwas liegen bleibt,
25:12
was also vom Frischaufsetzen bis zur fertigen Erde ohne Umsetzung kommt.
25:17
Wenn man gut zusammensetzt und gut aufsetzt, ist das auch möglich.
25:22
Besonders dann, wenn es in die gute Jahreszeit kommt.
25:26
Es wird beim Umsetzen kein Steinmilch mehr dazugegeben,
25:33
es wird beim Umsetzen auch kein Impfmaterial mehr dazugegeben,
25:38
sondern es wird das Material so zusammengesetzt, wie es eben sich aus den alten Haufen ergibt.
25:46
Das Einzige, was bei den umgesetzten Haufen genauso wie bei den frisch aufgesetzten Haufen geschieht,
25:53
dass sie präpariert werden mit den biologisch-dynamischen Düngepräparaten
25:58
und dann sauber mit Gras schnitt abgedeckt.
26:03
Es ist ganz wichtig, dass die Haufen eine Abdeckung bekommen und nicht ohne Abdeckung liegen bleiben.
26:12
Ein Fehler, der auch noch passieren kann beim Aufsetzen der Haufen, wäre der, dass sie zu trocken sind.
26:22
Das heißt, das passiert dann, wenn zu trockenes Material im Hochsommer hereinkommt.
26:28
Da muss man dann wässern.
26:30
Wir haben hier am Platz vier Wasserauslässe und da werden dann über die Haufen Schläuche gelegt
26:36
und das Material wird bewässert.
26:38
Wenn es zu trocken in die Rote geht, dann setzt der Roteprozess auch nicht ordentlich ein,
26:46
sondern die Haufen vermineralisieren.
26:48
Innen das heißt zu werden grau und es ist fast wie ein Verbrennen.
26:53
Das Material wird nichts.
26:55
Wenn Fehler passieren und diese zwei können passieren, beim Kompostieren zu nass oder zu trocken.
27:02
Wenn man da drauf kommt, dann muss man die Haufen aufmachen, das Material in einem Fall bewässern,
27:10
im anderen Fall abtrocknen lassen, mit frischer Grünmasse mischen und neu zusammensetzen.
27:16
Diese Fehler passieren besonders dann, wenn man beim Kompostieren erst anfängt, gerne.
27:22
Wenn man dann einmal in Übung ist, weiß man ungefähr, was man tun muss, dann passiert das nicht mehr.
27:28
Ich möchte hier sagen, dass Kompostieren keine Arbeit ist, Kompostieren ist eine Kunst.
27:35
Und wenn wir da nicht ein persönliches, menschliches Verhältnis dazu bekommen,
27:40
und es selbst gemacht haben und wissen, was hier gewollt ist, dann wird da nichts draus.
27:51
Man kann das nicht einfach befehlen oder anschöpfen.
27:55
Man muss mit dieser Arbeit ein ganz persönliches Verhältnis haben.
28:01
Dann wird die Kompostgewinnung richtig sein.
28:05
Man kann auch nicht gut diese Lebensvorgänge, diese Umsetzvorgänge beschleunigen durch irgendwelche Zusätze.
28:18
Es gibt Bakterienzusätze.
28:21
Wir geben ja auch die dynamischen Präparate dazu, die die Roten beschleunigen, etwas beschleunigen,
28:29
die die Roten, wollen wir sagen, besser vervollkommen.
28:33
Aber es ist nicht angebracht, diese Lebensprozesse jetzt auf die Hälfte oder gar ein Drittel
28:40
an Zeit reduzieren zu wollen, nur aus dem Finger raus möglichst rasch da jetzt was zu haben.
28:48
Das geht immer auf Kosten der Lebenskräfte.
28:53
Die gebührende Zeit ist für Lebensvorgänge notwendig.
28:57
Ein Kind braucht auch neun Monate, bis es ausgetragen ist.
29:01
Das lässt sich nicht beschleunigen.
29:04
Und auch hier können wir über ein gewisses Maß der Beschleunigung nicht hinaus.
29:11
Das möge bedacht werden.
29:13
Man muss diese Vorgänge absolut vom ganz großen, lebendigen Standpunkt her sehen.
29:22
und darf nicht irgendwelche kommerzielle oder andere gewinnbringende Aspekte in den Vordergrund schieben.
29:32
Im Vordergrund muss hier stehen die Gewinnung eines exzellenten, lebendigen Produktes,
29:40
das im Stande ist, die Böden in einen erhöhten Lebenszustand zu versetzen.
29:46
Bitte, es muss jeder Komposthaufen, egal ob er jetzt mit Präparaten aufgesetzt wurde
30:03
oder nicht, abgedeckt werden. Mit einer lebendigen Decke. Das billigste Material ist Gras-Schnitt.
30:13
Man kann auch Strohhexter verwenden oder Erde. Blau ist ungünstig, weil da der Wind
30:18
verblasst. Ich habe auch schon Anlagen gesehen, wo man alte Juttedecken verwendet hat
30:24
oder alte jute Säcke, auf alle Fälle muss er eine Haut kriegen. Warum? Bitte, der Komposthaufen
30:32
ist ein lebendiger Organismus, in dem aus Grünmasse Erde wird. Wir müssen uns klar
30:39
sein, dass das ein ungeheurer lebendiger Umsetzungsprozess ist, ähnlich dem Verdauungsprozess
30:45
in unserem eigenen Körper. Und jeder organische Prozess geht nur in einem Körper vonstatten
30:53
nicht daneben oder draußen. Und jeder Körper hat, um existieren zu können, zur Umgebung eine Haut,
31:00
eine Schicht, die sozusagen die Vermittlung zwischen innen und außen darstellt oder durchführt.
31:08
Und diese Haut muss im Falle des Komposthaufens nun Wind undurchlässig sein, wohl aber die
31:18
Luft durchlassen. Sie muss die Sonne draußen lassen, weil ja der rote Prozess an die Dunkelheit
31:26
gebunden ist. Diese Haut muss die Feuchtigkeit durchlassen, aber den Blatschregen den Eintritt
31:33
verwehren. Und das kann alles wunderbar, der Gras-Schnitt und auch die anderen genannten
31:39
Materialien. Unbrauchbar sind natürlich Plastik und ähnliche Stoffe. Der Komposthaufen, der Haufen
31:51
Kompost ist in der Methode, wie wir ihn heute kennen, ein Kind der biologischen dynamischen
32:00
Richtung und abgelauscht dem Vorgang im langen Leib des Regenwurms. Bitte der Regenwurm ist
32:08
Das ist das einzige Geschöpf auf dieser Erde, das einzige Geschöpf, das die Kunst beherrscht,
32:14
Erde zu machen.
32:16
Und bitte, die Erde ist das kostbarste Produkt, das der Mensch besitzt.
32:21
Sein kostbarstes Gut.
32:23
Wir leben alle von dieser 30 cm dicken Ackerkrone.
32:28
Wir können vom Gold nicht herunterbeißen, aber aus der Ackerkrone können wir uns
32:33
ernähren.
32:35
Das muss bedacht werden, wenn wir diesen Dingen richtig gegenüber treten.
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Und wie macht nun der Wurm diesen kunstvollen Vorgang da?
32:48
Der Wurm frisst Pflanzenmasse, meistens schon etwas vergilte, angerottete.
32:55
Man kann das im Garten und auch sonst am Land sehen.
32:58
Er hat seine Löcher, da zieht er sich in der Nacht diese Dinge zusammen
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und steckt sie in sein Loch und sitzt da unten während des Tages
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und frisst diese Pflanzenmasse in seinen langen Leib hinein.
33:11
und die wird da drinnen mit Kalkspuren und mit Drüsensäften, der Wurm ist ja ein Tier,
33:18
hat Stickstoffhaltige Drüsensäfte, wird das nun versetzt, verdaut, vermengt,
33:24
dazu hat er ja den langen Leid bekommen für diese Tätigkeit und wird dann in Form von
33:29
Wurmerde ausgeschieden. Die nur chemische Analyse dieser Wurmerde hat ergeben,
33:37
dass sie etwa sechs bis siebenmal so viel Stichstoff, Phosphor,
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Kali und Magnesium enthält, als der allerbeste Gartenboden.
33:47
Bitte, wir müssen uns klar sein, was dieses Tier kann, kann niemand.
33:53
Und diesen Vorgang armen wir nun im langen Leib des Komposthaufens nach.
34:00
Daher auch der Kalkzusatz und alle diese anderen guten Dinge,
34:05
und die Sorgsamkeit, wie wir das mischen, aufsetzen und dann eben die Notwendigkeit dieser Haut,
34:14
dieser Abdeckung.
34:15
Wenn der Komposthaufen nicht abgedeckt wird, dann macht er sich die Haut selbst, das
34:21
heißt, er verkrustet die äußersten 5-10 cm zu einer harten Schicht und diese Masse
34:28
ist dann verloren.
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Das ist schade drum.
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Daher geben wir ihm die Haut von uns aus und helfen ihm dort.
34:35
bei seiner Körperbildung sozusagen.
34:38
Und jetzt sehen wir, wie hier auf diesem großen Platz
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diese Abdeckung zumindest sehr von der Maschine unterstützt durchgeführt wird.
34:54
Wir haben hier das fertige Endprodukt des Haufen Kompostes.
35:19
Das ist dunkle, noch Walderde duftende, lockere und mulmige Masse.
35:27
Diese Erde, die dem Boden Zugriff setzt, macht die Böden auch locker und dunkel und mulmig in der Zeit.
35:36
Bitte ich möchte hier etwas erwähnen, was der Haufenkompostmethode auch in biologischen Kreisen oft zum Vorwurf gemacht wird,
35:49
nämlich das, dass wir hier einen verhältnismäßig großen Masseverlust haben.
35:54
Also wenn wir die Grünmasse nehmen, die wir aufsetzen, und wenn wir sehr gut arbeiten,
36:01
werden wir nicht einmal die Hälfte an Erde zurückbekommen. Vielleicht die Hälfte,
36:09
vielleicht etwas mehr, aber vielfach auch etwas weniger. Das ist richtig. Wir haben aber ein
36:18
hochwertiges, veredeltes, wunderbares Endprodukt. Und auf den schweren Böden,
36:25
auf den Tonlehmböden, ist das die einzige Möglichkeit, diese schweren Böden locker und gefügig zu machen.
36:38
Wenn wir auf diese glitschigen, kalten und nassen Tonböden dieses Endprodukt auch nur in einer Dünnenschicht aufbringen,
36:50
besonders im Herbst, und das über den Winter wirken lassen, dann wird mit der Zeit werden auch diese Böden gefügig.
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und locker und viel besser bearbeitbar.
37:07
Wir können nicht genug Kompost haben
37:10
und wir können nicht genug die Kunst üben, Erde zu machen.
37:14
Es ist das derzeit die wichtigste Arbeit,
37:17
die auf diesem Planeten überhaupt geschehen kann.
37:21
Es ist im letzten Jahrhundert die Bodenfruchtbarkeit
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krass auf allen Kontinenten zurückgegangen.
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Und der Rückgang der Bodenfruchtbarkeit war es ja
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in erster Linie, die die Bioniere des biologischen Landbaus, Rudolf Steiner,
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Sir Albert Howard und Dr. Hans Müller, veranlasst hat, ihre Methoden zu suchen
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und sie auch zu finden und um Menschheit zum Geschenk zu machen.
37:46
Es ist doch ein äquivalentes Gegengeschenk an höchster Lebendigkeit
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zu dem sehr frauwürdigen Geschenk, der momentan die ganze Welt
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erschütternden, totbringenden Radioaktivitäten. Ich möchte uns sehr zu bedenken geben, dass
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wir uns des lebendigen Weges für die Zukunft intensiv bedingen.
Der Finzer Gartenamt betreut ca. 350 Hektar öffentliche Grünflächen, die seit 35 Jahren biologisch bewirtschaftet werden.
Das heißt, es werden keine wasserlöslichen, synthetischen Düngesalze und keine Pestizide verwendet.
Wir sammeln alles verrotbare Kompostmaterial von unseren Andagen auf einem 1 Hektar großen Kompostplatz in 150 Mieten, 20 Meter Länge.
Wir sammeln im Jahr etwa 4.000 bis 5.000 Kubikmeter Rohmaterial
und gewinnen da 1.000 bis 1.300 Kubikmeter Erde,
Komposterde, Lauberde mit eingeschlossen.
Wir ersparen durch diese Maßnahmen im Jahr circa eine Million Schilling,
die sich aufgliedert in den Ankauf der Kunstdüngermittel und der Spritzmittel
und sich weiter aufgliedert in die Kippgebühren und in die zusätzlichen Fahrtkosten, die alle entstehen würden,
wenn wir auf die städtische Müllkippe mit den Sochen fahren müssten.
Durch diese Kompostwirtschaft haben wir eine äußerstige Gesundheit in unseren Pflanzen,
in den Gehölzen und in den Stauden, eine ungeheure Frohwüchsigkeit
und es braucht daher irgendeine gezielte Schädlingsbekämpfung nicht durchgeführt werden.
Wir sind hier in Linz, in der Landeshauptstadt von Oberösterreich,
und zwar auf dem Kompostplatz des Gartenamtes der Stadt.
Dieser Kompostplatz ist ein Hektar groß
und beinhaltet ca. 150 Mieten auf 20 Meter Länge, was Sie hier sehen.
Und hier wird Kompost gemacht.
Das heißt, es wird alles Lebendige, was wir in unseren 350 Hektar öffentlichen Grünflächen
der Stadt zusammensammeln, an sogenannten Abfall, hergebracht.
Das geht auf keine Kippe und das wird nicht weggeworfen, sondern das wird hierhergebracht
auf diesen Platz und wird hier aufgesetzt zu Kompostmieten und es wird aus diesen
Produkten vom Gras-Schnitt bis zum Holz wieder Erde gemacht.
Und diese Erde, eine wunderbare Komposterde, eine Heilerde, ein Produkt der höchsten
Lebendigkeit, wird dann wieder zurückgebracht in unsere Grünflächen und dient dort als
für Gehölzpflanzungen, für Staudenbete und auch für die Neuanlage von Rasenschlitten.
Sie sehen hier einige Reihen untereinander.
Wir haben hier es mit zwei Reihen reinen Pflanzenkompostes zu tun.
In der unteren nicht so gut sichtbaren dritten Reihe liegt Laubkompost, Holzhexenkompost
und drüben in der letzten Abteilung des Platzes haben wir Stahlmist verkompostiert.
Wir kaufen im Jahr ca. 300.000 Kilo Stahlmist zu und dieser wird ebenfalls zu
Mistkompost hier umgewandelt. Die ganze Arbeit auf diesem Platz hier wird
maschinell durchgeführt, weil es natürlich bei einer solchen Größenordnung
händisch nicht mehr geht. Wäre ja auch gar nicht zweckmäßig. Es wird hier
aufgesetzt mit Greifern. Es wird zuerst zutransportiert mit Lkw, dann
aufgesetzt mit Greifern. Es wird umgesetzt mit Greifern und es wird
abtransportiert, das heißt verlagen, wieder mit dem Greifern. Es wird höchster
Wert gelegt, dass die Aufsetz-Orbit gründlich passiert, denn mit der
Technik des Aufsetzen steht und fällt der gute rote Prozess. Dieses gute Aufsetzen beinhaltet,
dass das Material, das hereinkommt, gemischt wird. Also dass wir Gras schnitten mit Jädgut und
ähnlichen Dingen, Teichräumgut und wo es bei uns anfällt, gemischt wird. Es macht auch
nichts, wenn mal ein kleiner Ester dazwischen sind, da kommt noch gut Luft herein, dass es
locker aufgesetzt wird, denn der rote Prozess ist ein Umsetzungsprozess von
Grünmasse in Erde unter dem Zutritt von Luft. Wenn wir zu wenig oder gar keine
Luft in den Haufen haben, was passiert, wenn das Zeug zu nass herkommt oder zu
festgesetzt wird, dann bekommen wir Fäulnis hinein und alle Fäulnis
erzeugt Gift. Und diesen Prozess wollen wir nicht haben. Wir wollen das locker und luftig
aufsetzen, damit die Rote gut vor sich gehen kann. Und dann bekommen wir auch in einer
angemessenen Zeit Erde. Sie sehen hier, dass die Haufen verhältnismäßig groß sind.
Das ist die Folge vom Platzmangel. Aber nachdem die Technik des Aufsetzens von den Greiferfahrern
so ausgezeichnet beherrscht wird, haben wir trotzdem nie unverrotete Kerne und sind mit
den Haufen in einem Jahr fertig. Das heißt, vom Zeitpunkt des Aufsetzens brauchen wir
ein Jahr, bis wir die Erde dann verwenden können. Beim Aufsetzen werden zweierlei
Dinge den Haufen zugesetzt. Erstens Steinmüll, man sieht das da am hinteren Haufen, dieser
Das ist gemahlener Basalt. Das Steinmel, das in Kitzpül gewonnen wird, ist gemahlener Basalt.
Das ist ein gemahlenes, vulkanisches Gestein, das Kalk enthält und eine Reihe von Spurenelementen.
Dieses Steinmel bewirkt erstens einmal die Abbindung der Säuren der Grünmasse durch den Kalkgehalt
und reitet den Kompost durch die Spurenelemente an.
an. Es bewirkt aber auch erfahrungsgemäß eine bessere Rote, besonders dann, wenn es sich
notgedrungen um einseitige Materialien handelt, wie das natürlich auch zu großen Plätzen
und bei diesem Anfall von Masse manchmal sich ergibt. Also das heißt, es gibt Zeiten im
Jahr, wo wir sehr viel Grassschnitt hereinbekommen und wenig Zusatzmaterial haben oder wir
verkompostieren, den reinen Stahlmist. Da hat sich eine erhöhte Zugabe des Steinmelds sehr
bewährt, dass die Rote beschleunigt. Bei uns wird auch das Reisig nicht weggeführt oder verbrannt,
sondern es wird hier am Platz verhäckselt. Das heißt, es wird in Späne zerrissen. Wir
haben dazu einen sehr großen Holzhäcksel, Marke Dreckmann, der mit einem Greifer beschickt
wird. Wir haben im Jahr ungefähr 600 bis 700 Fuhrenhäckseln zu bewältigen. Und diese
große Maschine wird im Tag mit circa 15 Fuhren fertig. Bei diesen Holzhäckseln ist
es sehr wichtig, dass diese Apparate das Holz zerreißen, dass es faserig wird und
nicht glatt gehackt wird. Sonst geht nämlich der Rote-Prozess kaum voran. Das muss
faserig sein, damit die Rote angreifen kann. Das Holzhexler wird bei uns auch mit Impfmaterial,
also mit halberrottetem Zeug, ein paar Greiferschaufeln in die Haufen hinein aufgesetzt und zu
Holzerde sozusagen gemacht, die wir dann für spezielle Zwecke verwenden, besonders in den
extensiven Grünflächen, um die Verbesserung von Waldböden und Ähnliches zu erzeugen,
wo wir dann Efei pflanzen oder andere immer grüne Boden decken, damit aus Luftreinigungsgründen
auch der Boden arbeitet und nicht nur Baumkronen. Der Holzhäcksel wird auch verwendet zur
Abdeckung von Baumscheiben, also sozusagen als Mulch. Es ist sehr, sehr wichtig,
dass man das weiß, denn sonst ist meistens so, dass das Reisig irgendwo verschwendet
oder vernichtet wird, anstatt dass es auch wieder zurückgeführt wird in den
erdigen Lebensprozess. Wir beginnen jetzt mit der Präparierung eines
vorbereiteten und fertig aufgesetzten Komposthoffens und wir haben hier die
biologisch-dynamischen Düngepräparate. Das sind fünf Kräuter, die auf eine
bestimmte Weise vorbereitet wurden. Es handelt sich da um Schafgabe,
Brennnessel, Löwenzahn, Kamille und Eichirinde. Diese fünf Kräuter, die festen Kräuter, werden
in Abständen, hier bei den großen Haufen von eineinhalb Metern, im Hausgarten geht man da
enger zusammen, in etwa 30 Zentimeter Tiefe schräg eingebohrte Löcher gebracht und zwar
immer in ein Loch, ein Teelöffel eines Präparates. Also das ist praktisch eine homöopathische Dosis
für diese großen Haufen. Es werden diese Löcher dann fest zugestopft und die Wirkung dieser
Kräuterpräparate ist eine Strahlungswirkung, die sich dem Inneren des Haufen mitteilt,
wodurch a. die Rote etwas beschleunigt wird und b. das Endprodukt, also der Dauerhumus,
der hier entsteht, auf eine besondere Weise verlebendigt, verebert und heilwirksam wird.
Wir haben nichts an Zusatzmitteln, dass den biologisch dynamischen Präparaten in der
Originalfassung sozusagen gleichkäme. Wir haben hier am Platz verschiedenste Zusätze schon ausprobiert
und verwendet, bei Kterienpräparate und auch anderes. Es ist in England ein Präparat einmal
entwickelt worden, aus diesen fünf Kräutern gemischt und pulverisiert, aber alles das,
was wir da geprüft haben, hat die Wirksamkeit dieser Originalpräparate nicht erreicht.
Wird dann auch noch Balderian verwendet als Blütensaft, der wird drüber gesprüht.
Auf diese Weise, Balderian ist licht- und wärmewirksam, wird die Erhitzung des Haufens
Rauscher in die Wege geleitet.
Es soll noch ganz kurz darauf hingewiesen werden, was in den Haufen während des
rote Prozesses überhaupt vor sich geht.
Da liegt eine hochinteressante Forschungsarbeit von Dr. Jochen Bockemühl vor.
der in mehrjährigen Versuchen in verschiedensten Haufen verschiedenster Zusammensetzung
immer noch jeweils verschiedenen Zeitabständen nachgesehen hat, wie es da drinnen aussieht.
Und da ergibt sich nun folgendes Bild.
Gleich nach dem Zusammensetzen der Haufen mit frischer Grünmasse
erwärmen sich die Haufen verhältnismäßig rasch und hoch.
hoch. Wir erreichen Temperaturen bis zu 70 und 80 Grad. Es ist daher angebrocht,
wenn wir samentrogendes Unkraut verkompostieren, dass wir das möglichst
in die Zentren der Haufen bringen, denn da gehen dann die Unkrautsamen in
diesen Hitzegraden zugrunde. Diese Hitzeperiode dauert etwa eine Woche.
Man sieht die Haufen rauchen, besonders dann, wenn wir schon kühle Nächte
haben. Und nach dieser Zeit fallen die Haufen etwas zusammen. Die Erwärmung geht zurück. Zuerst
bis 35 Grad und dann auf 25. Bei dieser Temperatur bleibt der Haufen dann sozusagen stehen. Wenn
diese Hitzeperiode zu Ende ist, dann setzt sofort eine Pilzperiode ein. Und zwar beginnen
in den Haufen Pilze aller Alt, Foggenpilze, Schimmelpilze usw. zu buchen, die Masse wird
ganz grau und diese Pilzperiode dauert etwa vier, fünf Wochen, je nach Witterung und
Jahreszeit. Wenn diese Pilzperiode ihr Optimum erreicht hat, praktisch das Haufen Innere
sozusagen verpilzt ist, setzt die Bakterienperiode ein. Und zwar zuerst
treten einfache Bakterien auf, wenige Alten, aber die Alten in großer Anzahl,
in großer Menge. Und diese Bakterien fressen nun die Pilze auf, bis nichts
mehr davon über ist. Wenn diese einfachen Bakterien ihr Werk
getan haben, kommen kompliziertere Bakterien in den Haufen, mehrere Arten von weniger einzelnen
Individuen. Und diese komplizierten Bakterien fressen dann die Einfachen auf. Also es ist in
diesen Haufen ein Fressen und gefressen werden sozusagen ohne Ende. Diese Bakterienperiode
dauert etwa analog der Pilzperiode vier, fünf, sechs Wochen. Und wenn die Bakterien ihre
Schuldigkeit getan haben, dann kommt die tierische Periode. Beginnend mit dem
Auftreten von Aseln, Milben, Springschwänzen und als letztes Tier, das
im Haufen arbeitet, tritt der kleine hellrote Mistwurm auf. Das ist der
kleine Bruder sozusagen des Regenwurms. Das ist nicht der Regenwurm,
sondern der Mistwurm. Das ist eine andere Art. Und dieser kleine Mistwurm, der sehr
sehr lebendig ist, vollführt in seinem Leib das selbe, was der Regenwurm im Boden macht.
Er frisst jetzt diese ganze innere Haufen Substanz, die Bakterien durchverdaut haben
und die anderen Tiere schon durch ihren Leib geschleust haben, auf und produziert
dann die Humus-Erde, also diesen Dauer-Humus, der beim Haufen Kompost gewonnen wird
und der sich in Jahrzehnten nicht verändert und der dieses kostbare Endprodukt ist,
was wir so dringend und notwendig dann brauchen können.
Wenn die gute Jahreszeit ist, dann müsste im Hausgarten bzw. bei einer Haufengröße
von 1,20 m Breite und 1,20 m Höhe ca. in vier Monaten, vielleicht fünf Monaten
bei schlechteren Klimaten fertige Erde vorhanden sein.
Wenn es sehr gute Jahre sind, wird man sogar früher die Erde haben.
Bei unseren großen Haufen hier dauern die Prozesse länger, aber in einem Jahr sind wir auch hier fertig und haben Erde.
Wie schon erwähnt wurde, ist es nicht sehr zweckmäßig, durch künstliche Belüftungen und andere Maßnahmen,
die heute versucht werden, diese rote Prozesse sonderlich zu beschleunigen.
Die Beschleunigung der rote Prozesse geht immer auf Kosten der Lebenskräfte des Endprodukts.
Und das ist ja eigentlich das Wichtigste, was wir haben wollen, ein Endprodukt von höchster Lebenskraft.
Hier sehen Sie das Umsetzen von halberroten Haufen.
Diese Haufen sind im vorigen Frühherbst aufgesetzt worden und werden nun umgesetzt.
Und da kann man natürlich dann unter Umständen auch zwei Haufen zusammensetzen.
Das geschieht hier.
Und Sie sehen an der Konsistenz der Masse, wie gut die bereits verrotet sind.
Im Herbst ist das dann fertige Erde.
Wir kommen hier bei dem großen Platz und bei dem Arbeitsanfall, den wir in der Stadt haben, zum Umsetzen nicht immer.
Es wird geachtet, dass man möglichst jeden Haufen einmal umsetzt.
Aber es passiert auch, dass unter Umständen etwas liegen bleibt,
was also vom Frischaufsetzen bis zur fertigen Erde ohne Umsetzung kommt.
Wenn man gut zusammensetzt und gut aufsetzt, ist das auch möglich.
Besonders dann, wenn es in die gute Jahreszeit kommt.
Es wird beim Umsetzen kein Steinmilch mehr dazugegeben,
es wird beim Umsetzen auch kein Impfmaterial mehr dazugegeben,
sondern es wird das Material so zusammengesetzt, wie es eben sich aus den alten Haufen ergibt.
Das Einzige, was bei den umgesetzten Haufen genauso wie bei den frisch aufgesetzten Haufen geschieht,
dass sie präpariert werden mit den biologisch-dynamischen Düngepräparaten
und dann sauber mit Gras schnitt abgedeckt.
Es ist ganz wichtig, dass die Haufen eine Abdeckung bekommen und nicht ohne Abdeckung liegen bleiben.
Ein Fehler, der auch noch passieren kann beim Aufsetzen der Haufen, wäre der, dass sie zu trocken sind.
Das heißt, das passiert dann, wenn zu trockenes Material im Hochsommer hereinkommt.
Da muss man dann wässern.
Wir haben hier am Platz vier Wasserauslässe und da werden dann über die Haufen Schläuche gelegt
und das Material wird bewässert.
Wenn es zu trocken in die Rote geht, dann setzt der Roteprozess auch nicht ordentlich ein,
sondern die Haufen vermineralisieren.
Innen das heißt zu werden grau und es ist fast wie ein Verbrennen.
Das Material wird nichts.
Wenn Fehler passieren und diese zwei können passieren, beim Kompostieren zu nass oder zu trocken.
Wenn man da drauf kommt, dann muss man die Haufen aufmachen, das Material in einem Fall bewässern,
im anderen Fall abtrocknen lassen, mit frischer Grünmasse mischen und neu zusammensetzen.
Diese Fehler passieren besonders dann, wenn man beim Kompostieren erst anfängt, gerne.
Wenn man dann einmal in Übung ist, weiß man ungefähr, was man tun muss, dann passiert das nicht mehr.
Ich möchte hier sagen, dass Kompostieren keine Arbeit ist, Kompostieren ist eine Kunst.
Und wenn wir da nicht ein persönliches, menschliches Verhältnis dazu bekommen,
und es selbst gemacht haben und wissen, was hier gewollt ist, dann wird da nichts draus.
Man kann das nicht einfach befehlen oder anschöpfen.
Man muss mit dieser Arbeit ein ganz persönliches Verhältnis haben.
Dann wird die Kompostgewinnung richtig sein.
Man kann auch nicht gut diese Lebensvorgänge, diese Umsetzvorgänge beschleunigen durch irgendwelche Zusätze.
Es gibt Bakterienzusätze.
Wir geben ja auch die dynamischen Präparate dazu, die die Roten beschleunigen, etwas beschleunigen,
die die Roten, wollen wir sagen, besser vervollkommen.
Aber es ist nicht angebracht, diese Lebensprozesse jetzt auf die Hälfte oder gar ein Drittel
an Zeit reduzieren zu wollen, nur aus dem Finger raus möglichst rasch da jetzt was zu haben.
Das geht immer auf Kosten der Lebenskräfte.
Die gebührende Zeit ist für Lebensvorgänge notwendig.
Ein Kind braucht auch neun Monate, bis es ausgetragen ist.
Das lässt sich nicht beschleunigen.
Und auch hier können wir über ein gewisses Maß der Beschleunigung nicht hinaus.
Das möge bedacht werden.
Man muss diese Vorgänge absolut vom ganz großen, lebendigen Standpunkt her sehen.
und darf nicht irgendwelche kommerzielle oder andere gewinnbringende Aspekte in den Vordergrund schieben.
Im Vordergrund muss hier stehen die Gewinnung eines exzellenten, lebendigen Produktes,
das im Stande ist, die Böden in einen erhöhten Lebenszustand zu versetzen.
Bitte, es muss jeder Komposthaufen, egal ob er jetzt mit Präparaten aufgesetzt wurde
oder nicht, abgedeckt werden. Mit einer lebendigen Decke. Das billigste Material ist Gras-Schnitt.
Man kann auch Strohhexter verwenden oder Erde. Blau ist ungünstig, weil da der Wind
verblasst. Ich habe auch schon Anlagen gesehen, wo man alte Juttedecken verwendet hat
oder alte jute Säcke, auf alle Fälle muss er eine Haut kriegen. Warum? Bitte, der Komposthaufen
ist ein lebendiger Organismus, in dem aus Grünmasse Erde wird. Wir müssen uns klar
sein, dass das ein ungeheurer lebendiger Umsetzungsprozess ist, ähnlich dem Verdauungsprozess
in unserem eigenen Körper. Und jeder organische Prozess geht nur in einem Körper vonstatten
nicht daneben oder draußen. Und jeder Körper hat, um existieren zu können, zur Umgebung eine Haut,
eine Schicht, die sozusagen die Vermittlung zwischen innen und außen darstellt oder durchführt.
Und diese Haut muss im Falle des Komposthaufens nun Wind undurchlässig sein, wohl aber die
Luft durchlassen. Sie muss die Sonne draußen lassen, weil ja der rote Prozess an die Dunkelheit
gebunden ist. Diese Haut muss die Feuchtigkeit durchlassen, aber den Blatschregen den Eintritt
verwehren. Und das kann alles wunderbar, der Gras-Schnitt und auch die anderen genannten
Materialien. Unbrauchbar sind natürlich Plastik und ähnliche Stoffe. Der Komposthaufen, der Haufen
Kompost ist in der Methode, wie wir ihn heute kennen, ein Kind der biologischen dynamischen
Richtung und abgelauscht dem Vorgang im langen Leib des Regenwurms. Bitte der Regenwurm ist
Das ist das einzige Geschöpf auf dieser Erde, das einzige Geschöpf, das die Kunst beherrscht,
Erde zu machen.
Und bitte, die Erde ist das kostbarste Produkt, das der Mensch besitzt.
Sein kostbarstes Gut.
Wir leben alle von dieser 30 cm dicken Ackerkrone.
Wir können vom Gold nicht herunterbeißen, aber aus der Ackerkrone können wir uns
ernähren.
Das muss bedacht werden, wenn wir diesen Dingen richtig gegenüber treten.
Und wie macht nun der Wurm diesen kunstvollen Vorgang da?
Der Wurm frisst Pflanzenmasse, meistens schon etwas vergilte, angerottete.
Man kann das im Garten und auch sonst am Land sehen.
Er hat seine Löcher, da zieht er sich in der Nacht diese Dinge zusammen
und steckt sie in sein Loch und sitzt da unten während des Tages
und frisst diese Pflanzenmasse in seinen langen Leib hinein.
und die wird da drinnen mit Kalkspuren und mit Drüsensäften, der Wurm ist ja ein Tier,
hat Stickstoffhaltige Drüsensäfte, wird das nun versetzt, verdaut, vermengt,
dazu hat er ja den langen Leid bekommen für diese Tätigkeit und wird dann in Form von
Wurmerde ausgeschieden. Die nur chemische Analyse dieser Wurmerde hat ergeben,
dass sie etwa sechs bis siebenmal so viel Stichstoff, Phosphor,
Kali und Magnesium enthält, als der allerbeste Gartenboden.
Bitte, wir müssen uns klar sein, was dieses Tier kann, kann niemand.
Und diesen Vorgang armen wir nun im langen Leib des Komposthaufens nach.
Daher auch der Kalkzusatz und alle diese anderen guten Dinge,
und die Sorgsamkeit, wie wir das mischen, aufsetzen und dann eben die Notwendigkeit dieser Haut,
dieser Abdeckung.
Wenn der Komposthaufen nicht abgedeckt wird, dann macht er sich die Haut selbst, das
heißt, er verkrustet die äußersten 5-10 cm zu einer harten Schicht und diese Masse
ist dann verloren.
Das ist schade drum.
Daher geben wir ihm die Haut von uns aus und helfen ihm dort.
bei seiner Körperbildung sozusagen.
Und jetzt sehen wir, wie hier auf diesem großen Platz
diese Abdeckung zumindest sehr von der Maschine unterstützt durchgeführt wird.
Wir haben hier das fertige Endprodukt des Haufen Kompostes.
Das ist dunkle, noch Walderde duftende, lockere und mulmige Masse.
Diese Erde, die dem Boden Zugriff setzt, macht die Böden auch locker und dunkel und mulmig in der Zeit.
Bitte ich möchte hier etwas erwähnen, was der Haufenkompostmethode auch in biologischen Kreisen oft zum Vorwurf gemacht wird,
nämlich das, dass wir hier einen verhältnismäßig großen Masseverlust haben.
Also wenn wir die Grünmasse nehmen, die wir aufsetzen, und wenn wir sehr gut arbeiten,
werden wir nicht einmal die Hälfte an Erde zurückbekommen. Vielleicht die Hälfte,
vielleicht etwas mehr, aber vielfach auch etwas weniger. Das ist richtig. Wir haben aber ein
hochwertiges, veredeltes, wunderbares Endprodukt. Und auf den schweren Böden,
auf den Tonlehmböden, ist das die einzige Möglichkeit, diese schweren Böden locker und gefügig zu machen.
Wenn wir auf diese glitschigen, kalten und nassen Tonböden dieses Endprodukt auch nur in einer Dünnenschicht aufbringen,
besonders im Herbst, und das über den Winter wirken lassen, dann wird mit der Zeit werden auch diese Böden gefügig.
und locker und viel besser bearbeitbar.
Wir können nicht genug Kompost haben
und wir können nicht genug die Kunst üben, Erde zu machen.
Es ist das derzeit die wichtigste Arbeit,
die auf diesem Planeten überhaupt geschehen kann.
Es ist im letzten Jahrhundert die Bodenfruchtbarkeit
krass auf allen Kontinenten zurückgegangen.
Und der Rückgang der Bodenfruchtbarkeit war es ja
in erster Linie, die die Bioniere des biologischen Landbaus, Rudolf Steiner,
Sir Albert Howard und Dr. Hans Müller, veranlasst hat, ihre Methoden zu suchen
und sie auch zu finden und um Menschheit zum Geschenk zu machen.
Es ist doch ein äquivalentes Gegengeschenk an höchster Lebendigkeit
zu dem sehr frauwürdigen Geschenk, der momentan die ganze Welt
erschütternden, totbringenden Radioaktivitäten. Ich möchte uns sehr zu bedenken geben, dass
wir uns des lebendigen Weges für die Zukunft intensiv bedingen.